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Cannabis Sorten & Öle Vergleich – Medizinische Einordnung
December 22, 2025
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Cannabis Sorten & Öle Vergleich – Medizinische Einordnung

Medizinische Cannabisblüten und -öle unterscheiden sich in mehreren Aspekten, die für die ärztliche Einordnung eine Rolle spielen. Gleichzeitig ist der rechtliche Rahmen anspruchsvoll: Cannabis bleibt grundsätzlich ein verbotenes Betäubungsmittel, der Einsatz zu medizinischen Zwecken ist jedoch seit 2022 unter klar definierten Bedingungen erlaubt. Einen vertieften Überblick zum gesetzlichen Hintergrund bietet der Artikel Legalität von medizinischem Cannabis in der Schweiz.

Mit der gesetzlichen Anpassung können Ärztinnen und Ärzte heute Cannabisarzneimittel verschreiben, sofern eine medizinische Indikation und eine sorgfältige Beurteilung vorliegen. Die verschriebenen Präparate werden über Apotheken abgegeben und unterliegen einem strengen Bewilligungs-, Qualitäts- und Kontrollsystem. Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies, dass medizinische Cannabisprodukte nicht frei gewählt oder eigenständig kombiniert werden, sondern im Rahmen einer ärztlichen Behandlung eingeordnet werden.

Überblick über medizinische Cannabisprodukte: Blüten, Öle und weitere Formen

Medizinisches Cannabis liegt in der Schweiz in unterschiedlichen Darreichungsformen vor. Im Rahmen dieses Vergleichs stehen zwei zentral genutzte Produktgruppen im Fokus: Cannabisblüten sowie Cannabisöle und -extrakte. Beide Gruppen unterscheiden sich insbesondere in der Art der Herstellung, der Standardisierung der Inhaltsstoffe und den Möglichkeiten der ärztlich gesteuerten Dosierung.

Daneben existieren weitere Darreichungsformen wie Kapseln, Tabletten oder transdermale Anwendungen. Diese können ebenfalls Teil einer ärztlichen Therapieplanung sein, werden in diesem Beitrag jedoch nicht im Detail behandelt. Eine umfassende Übersicht über verfügbare Produktformen und deren grundlegende Eigenschaften finden Sie im Artikel Cannabisprodukte in der Schweiz.

Cannabisblüten: pflanzliche Ausgangsprodukte mit variierender Zusammensetzung

Cannabisblüten sind getrocknete Pflanzenteile, deren Zusammensetzung natürlichen Schwankungen unterliegt. Sorten können sich unter anderem im Verhältnis von THC zu CBD sowie in weiteren Inhaltsstoffen unterscheiden. Auch bei standardisierten medizinischen Blütenchargen bleibt eine gewisse chargenbedingte Variation der genauen Zusammensetzung möglich, da es sich um ein pflanzliches Ausgangsprodukt handelt.

In der medizinischen Praxis werden solche Blüten in der Regel über eine Apotheke bezogen und in der Dokumentation klar beschrieben, zum Beispiel über Sortenname, THC- und CBD-Gehalt sowie weitere Qualitätsmerkmale. Wie diese Informationen ärztlich interpretiert und eingeordnet werden, hängt von der individuellen Situation der Patientin oder des Patienten ab und erfolgt ausschliesslich durch medizinisches Fachpersonal.

THC-dominante Blüten

THC-dominante Blüten enthalten überwiegend Tetrahydrocannabinol bei geringeren CBD-Werten. Die Deklaration der Cannabinoidanteile erfolgt verbindlich über Prozentangaben und ergänzt Informationen zur jeweiligen Charge. Diese Angaben ermöglichen eine klare medizinische Dokumentation, ohne Rückschlüsse auf mögliche therapeutische Ergebnisse zu erlauben.

Ausgewogene THC/CBD-Blüten

Blüten mit einem ausgewogenen Verhältnis von THC und CBD weisen eine nachvollziehbare Zusammensetzung auf, die eine eindeutige Einordnung im ärztlichen Kontext unterstützt. Die genaue Zusammensetzung einer Charge ist jeweils einzeln dokumentiert und bildet die Grundlage für die medizinische Beurteilung.

CBD-dominante Blüten

CBD-dominante Sorten enthalten nur geringe THC-Anteile und höhere CBD-Werte. Auch diese Blüten unterliegen den gleichen gesetzlichen Vorgaben wie andere medizinische Cannabisprodukte und werden nach klaren Qualitätskriterien geprüft. Die Entscheidung, ob solche Produkte in einer Behandlung berücksichtigt werden, obliegt ausschliesslich medizinischem Fachpersonal.

Cannabisöle und -extrakte: standardisierte Lösungen mit klar dokumentierter Konzentration

Cannabisöle und -extrakte werden aus pflanzlichem Ausgangsmaterial gewonnen und als definierte Zubereitungen, beispielsweise als ölbasierte Lösungen, bereitgestellt. Im Unterschied zu Blüten ist die Zusammensetzung solcher Präparate in der Regel genau definiert: Die Konzentrationen der enthaltenen Cannabinoide werden in mg/ml oder ähnlichen Einheiten deklariert, was eine strukturierte und klar dokumentierte Dosierung ermöglicht.

Je nach Präparat kann es sich um Vollspektrum-Extrakte (mit einem breiteren Spektrum pflanzlicher Bestandteile), um breiter gefasste Extrakte mit reduzierten Komponenten oder um Zubereitungen handeln, die einzelne isolierte Cannabinoide in definierter Konzentration enthalten. Diese Standardisierung dient in erster Linie der nachvollziehbaren ärztlichen Verordnung und der medizinischen Dokumentation und erlaubt eine fein abgestufte Anpassung der verordneten Menge durch die behandelnde Fachperson.

Vollspektrum-Extrakte

Vollspektrum-Extrakte enthalten verschiedene Cannabinoide sowie weitere pflanzliche Bestandteile. Die Zusammensetzung ist definiert und wird pro Charge konstant gehalten. Diese Beschreibung dient nicht der Bewertung eines möglichen Effekts, sondern der eindeutigen Zuordnung im Rahmen der Verschreibung.

Breitspektrum-Extrakte

Diese Formulierungen umfassen mehrere Bestandteile der Pflanze, jedoch häufig mit reduziertem THC-Gehalt. Die klare Deklaration unterstützt eine nachvollziehbare Dokumentation, ohne Rückschlüsse auf therapeutische Ergebnisse zu ermöglichen.

Isolatbasierte Öle

Isolatbasierte Präparate enthalten nahezu ausschließlich ein einzelnes Cannabinoid in definierter Konzentration. Aufgrund dieser eindeutigen Zusammensetzung eignen sie sich besonders für Anwendungen, bei denen eine klar abgestufte Dosiersteuerung erforderlich ist. Die Wahl eines solchen Produkts ist immer Teil der ärztlichen Behandlung und keine Entscheidung der Patientinnen oder Patienten.

Warum der Vergleich von Blüten und Ölen für die ärztliche Praxis relevant ist

Ob in einer Behandlung eher Blüten oder Öle beziehungsweise Extrakte eingesetzt werden, ist keine allgemeingültig zu beantwortende Frage. Beide Produktgruppen weisen unterschiedliche Eigenschaften auf, die im Rahmen der medizinischen Beurteilung eingeordnet werden. Für Ärztinnen und Ärzte spielen dabei unter anderem die gewünschte Flexibilität der Dosierung, die Art der Anwendung sowie die Nachvollziehbarkeit der deklarierten Zusammensetzung eine Rolle.

Blüten Und Öle Im Direktvergleich

Die beiden Produktgruppen unterscheiden sich nicht nur in der Herstellung, sondern auch in der Art der Standardisierung und der ärztlichen Handhabung. Der folgende Überblick fasst die fachlichen Unterschiede zusammen:

Aspekt Cannabisblüten Cannabisöle / Extrakte
Grundform Pflanzliches Material Extrakte / ölige Lösungen
Deklaration Prozentangaben (THC/CBD) mg/ml (Cannabinoidkonzentrationen)
Standardisierung Chargenbedingte Variation Konstante, definierte Zusammensetzung
Dosiergestaltung durch Inhalation variabel strukturiert über Tropfenmenge
Ärztliche Dokumentation Sorten- und Chargenbeschreibung Konzentrationsbasierte Einordnung

Wer sich für den Ablauf der Abgabe über Apotheken interessiert, findet weitere Informationen im Artikel Cannabis in der Apotheke Kaufen

Ärztliche Entscheidungsprozesse Und Einordnung Der Produktkategorien

Die Auswahl eines medizinischen Cannabisproduktes erfolgt in der Schweiz ausschliesslich im Rahmen einer ärztlichen Behandlung. Dabei bewertet die behandelnde Fachperson verschiedene Faktoren, die für die fachliche Einordnung relevant sind. Dazu gehören unter anderem die dokumentierte Zusammensetzung, die Art der Darreichungsform sowie die Möglichkeit einer nachvollziehbaren Dosiergestaltung. Ziel dieser Beurteilung ist nicht die Auswahl eines „besten“ Produkts, sondern eine medizinisch verantwortungsvolle Einordnung anhand der individuellen Ausgangssituation.

Da Cannabisblüten und -öle unterschiedliche Eigenschaften aufweisen, werden sie im ärztlichen Kontext jeweils spezifisch dokumentiert. Blüten werden in der Regel anhand von Sortenbezeichnungen und Cannabinoidverhältnissen beschrieben, während Öle und Extrakte über eindeutige Konzentrationsangaben geführt werden. Welche dieser Formen im Rahmen einer Behandlung verwendet wird, ist immer eine medizinische Entscheidung und keine Auswahl, die Patientinnen oder Patienten selbst treffen.

Einen strukturierten Überblick über den Ablauf der ärztlichen Verschreibung bietet der Artikel Wie Ärzte Cannabis in der Schweiz Verschreiben.

Rechtlicher Rahmen: BetmG, HMG Und Swissmedic-Vorgaben

Medizinische Cannabisblüten und -öle unterliegen in der Schweiz den Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes (BetmG) sowie des Heilmittelgesetzes (HMG). Der medizinische Einsatz ist seit der Gesetzesänderung von 2022 möglich, bleibt jedoch klar reguliert. Swissmedic verantwortet das Bewilligungs-, Qualitäts- und Kontrollsystem, das Herstellung, Import, Abgabe und Dokumentation dieser Präparate umfasst.

Zu den zentralen Vorgaben gehören unter anderem:

  • eindeutige Deklaration der Cannabinoidgehalte,

  • Qualitätssicherung über Chargen hinweg,

  • Abgabe ausschliesslich über Apotheken,

  • Verschreibung durch qualifizierte Ärztinnen und Ärzte,

  • vollständige Dokumentation im Rahmen der Behandlung.

Öffentliche Aussagen zu möglichen therapeutischen Ergebnissen sind gesetzlich untersagt. Ebenso dürfen Hinweise, die als Empfehlung verstanden werden könnten, nicht gemacht werden. Der fachliche Einsatz eines Präparats wird daher niemals allgemein beschrieben, sondern ausschliesslich individuell von der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt beurteilt.

Für Patientinnen und Patienten, die die generellen Abläufe des medizinischen Zugangs besser nachvollziehen möchten, bietet die Seite So funktioniert’s eine übersichtliche Orientierung.

Zusammenfassung

Dieser Vergleich zeigt, dass medizinische Cannabisblüten und -öle jeweils klar definierte Eigenschaften besitzen, die für die ärztliche Dokumentation und Verschreibung relevant sind. Entscheidend ist dabei nicht die Wahl einer bestimmten Kategorie, sondern das Verständnis dafür, wie sich die einzelnen Produktformen unterscheiden und warum diese Unterschiede im klinischen Verlauf berücksichtigt werden. Damit bietet der Vergleich eine sachliche Orientierung, die die Kommunikation zwischen Patientinnen, Patienten und behandelnden Fachpersonen unterstützen kann, ohne medizinische Entscheidungen vorwegzunehmen.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Text dient ausschliesslich der neutralen Information über Kategorien medizinischer Cannabisblüten und -öle in der Schweiz. Er enthält keine Werbung, keine Dosierungs- oder Wirkaussagen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Entscheidungen über Behandlungen, Anwendung und Dosierung liegen ausschliesslich bei der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.

Enmedify Arzt

Enmedify besteht aus einem Team von führenden ärzten mit jahrelanger Erfahrung in der Cannabis-Therapie. Unsere Ärzte sind spezialisiert auf eine Vielzahl von Indikationen und verfügen über umfassende Erfahrung in der Behandlung mit medizinischem Cannabis.

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